Identifizieren

SmartphoneID+ als Schaufensterprojekt ausgewählt

15.06.2020

Gelsenkirchener Authentifizierungs-App wird im Rahmen eines Bundes-Innovationswettbewerbs weiterentwickelt

Die Stadt Gelsenkirchen hat gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern am Innovationswettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) teilgenommen. Das eingereichte Projekt SmartphoneID+ ist eines von lediglich elf Schaufensterprojekten, die es in die zweite Runde geschafft haben. Die nächste Wettbewerbsphase, in der das Konzept detailliert ausgearbeitet wird, wird vom BMWi mit rund 440.000 Euro gefördert.

Mit dem Innnovationswettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ hatte das BMWi Ende 2019 einen Förderaufruf gestartet, der die Entwicklung einer einheitlichen, bundesweit nutzbaren ID-Lösung voranbringen soll. Die ID-Lösung soll die digitale Identifikation per Smartphone gegenüber Behörden und Unternehmen ermöglichen. Dazu sollen Technologieanbieter und Kommunen eng zusammenarbeiten. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Interoperabilität und der Nutzerorientierung der ID-Lösungen.

Die SmartphoneID+ soll z.B. behördliche Prozesse komplett und medienbruchfrei abbilden können: von der digitalen Beantragung eines Dokuments über die Identifizierung und Authentifizierung bis hin zur Zahlung der anfallenden Gebühr. Dabei steht eine einfache und sichere Nutzererfahrung für alle Anwendungsfälle im Fokus. Über eine Identitäts-Management-Plattform ist es Nutzerinnen und Nutzern möglich, ihre sensiblen Daten sicher einzugeben und zu verwalten. Diese Plattform ist mit einer Authentifizierungs-App verknüpft. Beim Authentifizierungsvorgang für verschiedene Anwendungen – wie z. B. der Beantragung von Bürgerservice-Dokumenten – findet eine sichere Kommunikation zwischen App und Plattform statt.

Grundlage für die Smartphone ID+ ist das NRW-Modellprojekt „Smartphone-Bürger-ID“, das im Rahmen der Digitalen Modellregionen NRW gefördert und gemeinsam durch die Stadt Gelsenkirchen, die XignSys GmbH, das if(is) der Westfälischen Hochschule sowie die Stadt Aachen umgesetzt wird. Lukas Rissel, der das Projekt seitens der Stadt begleitet, freut sich über die Weiterentwicklung der Gelsenkirchener Authentifizierungs-App: „Durch das Förderprogramm der Digitalen Modellregionen NRW hatten wir in unserer Arbeit den Fokus bereits auf das Thema digitale Identitäten gelegt. Mit dem Innovationswettbewerb sehen wir jetzt die Chance, diesen Schwerpunkt zu vertiefen.“

Durch die im Projekt SmartphoneID+ entstehende Plattform wird die Authentifizierungs-App durch weitere Anwendungen erweitert. So soll die Durchführung von Online-Zahlvorgängen über definierte Bezahlschnittstellen ermöglicht werden und Dokumente durch die Kombination einer rechtsgültigen digitalen Unterschrift in einem Prozess medienbruchfrei weiterverwendbar sein. Darüber hinaus sollen sichere Video-Ident-Verfahren eingebunden werden. Durch den Zusammenschluss mit den Konsortialpartnern FintecSystems GmbH, identitiy Trust Management AG, dem if(is) der Westfälischen Hochschule und der XignSys GmbH sowie weiteren assoziierten Partnern werden die für das Vorhaben notwendigen Kompetenzen gebündelt und in das Projekt eingebracht.

„Gelsenkirchen ist bei einem weiteren Förderprojekt ausgewählt worden. Das zeigt, dass digitale Lösungen made in Gelsenkirchen mittlerweile auch auf Bundesebene hohes Ansehen genießen“, so Maik Luhmann, Beauftragter für Digitalisierung der Stadt Gelsenkirchen. Mit Start der Wettbewerbsphase am 1. Juni 2020 erarbeitet das Projektkonsortium zunächst ein Umsetzungskonzept für die SmartphoneID+, das aufzeigen soll, in welchen konkreten Lebensbereichen die Lösung Mehrwerte schafft. Wird das Konzept für gut befunden, kommt das Projekt in die Umsetzungsphase, für die sich lediglich drei Schaufensterprojekte qualifizieren können. Diese Projekte werden dann jeweils mit bis zu 15 Mio. Euro gefördert und sollen untereinander so interoperabel sein, dass am Ende eine ID-Lösung entsteht, die bundesweit nutzbar sein soll.

Gelsenkirchen hat sich auf den Weg gemacht, digitale Zukunft zu gestalten. Einer der wichtigsten Aspekte ist dabei die Vernetzung von Menschen, Wirtschaft und Wissenschaft. Als Vernetzte Stadt treibt Gelsenkirchen gemeinsam mit den unterschiedlichen Akteuren Digitalisierungsprojekte voran, die konkreten Nutzen für die Menschen der Stadt erzielen. Durch intelligente Verkehrs- und Parkleitsysteme, Apps wie dem Mängelmelder oder der Smartphone-Bürger-ID oder den konsequenten Ausbau des Glasfasernetzes. Gelsenkirchen - Die Vernetzte Stadt. www.gelsenkirchen.de/vernetztestadt.

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